Flugzeugdesign ist weit mehr als nur eine Frage des Geschmacks

Im Flugzeugbau kommt dem Design eine Bedeutung zu, die weit über das rein Gestalterische hinausgeht. So hat die Form des Flugzeugs direkten Bezug zur Aerodynamik und damit auf den Treibstoffverbrauch. Vor allem das Tragflächendesign spielt hier eine zentrale Rolle. Ebenso muss das äußere Flugzeugdesign die Flug- und Manövrierfähigkeit berücksichtigen und umfangreichen Sicherheitsanforderungen genügen.

Modernes Flugzeugdesign soll darüber hinaus den Treibstoffverbrauch minimieren, gleichzeitig aber möglichst hohe Passagierzahlen einschließlich des erforderlichen Transportvolumens bieten. Ähnlich anspruchsvoll sind die Anforderungen an das innere Design eines Flugzeugs. Höchste Sicherheitsansprüche, maximale Passagierzahlen mit dem notwendigen Stauraum für das Handgepäck und das ganze möglichst noch mit einem Mindestmaß an persönlichem Komfort sind hier nur einige der schwer zu vereinbarenden Ziele.

Das Flugzeug von Morgen

Vor allem drastische Einsparungen beim Treibstoffverbrauch sind zentrale Designziele, bei der Entwicklung der Flugzeuge von Morgen und Übermorgen. Projektstudien haben beispielsweise gezeigt, dass sich mit einem in der Horizontalen verbreiterten Rumpf ein zusätzlicher Auftrieb schaffen lässt, der deutliche Einsparungen beim Treibstoff ermöglicht.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt derzeit in Kooperation mit der NASA den „Double Bubble“ – einen Flugzeugtyp, der allein durch Design und Konstruktion bis zu 70 % Kraftstoffeinsparungen ermöglichen soll. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Airbus-Gruppe mit dem “ Airbus Concept Plane“. Doch vor 2035 bzw. 2050 wird sich wohl keine der beiden Designstudien in den Himmel erheben.

Flugzeugdesign mit besonderen Ansprüchen

Mitunter werden an das Design eines Flugzeugs aber auch ganz spezielle Anforderungen gestellt. Wie etwa beim Re-Design des Breitling Jet Teams. Weltweit übrigens die einzige zivile Profi-Flugstaffel, die mit Jets fliegt. Der Uhrenhersteller ist mit edlen Fliegeruhren so bekannt geworden, dass er sogar eine eigene Secret Society hat und ein Geheimnis daraus macht, wie genau man dort aufgenommen wird.

Für die Brückner Architekten, die mit der Neugestaltung beauftragt waren, bestanden klare Designvorgaben aus dem Hause Breitling. So mussten die sieben Aero L-39 Albatros Maschinen der Staffel, die in den 1960ern als Schulungsmaschinen des tschechischen Militärs entwickelt wurden, in ihrer Form angepasst werden, um die Philosophie des Unternehmens und den mit Breitling verknüpften Markenwert optimal zur Geltung zu bringen. Zur Neugestaltung gehörte auch, dass der Breitling Schriftzug in allen, für den Kunstflug typischen Lagen klar erkennbar sein musste.

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