Die Fluglotsenausbildung in Deutschland

Fluglotse – das klingt immer auch etwas nach großer weiter Welt, internationalem Flair und guten Verdienstmöglichkeiten. Kein Wunder, dass sich mancher überlegt, eine Fluglotsenausbildung zu machen. Doch der Beruf ist auch stressig. Was also macht ein Fluglotse, und wie kann man Fluglotse werden?

Das Berufsfeld von Fluglotsen ist in drei Kategorien unterteilt: Towerlotsen, Centerlotsen und Vorfeldlotsen. Diese Tätigkeitsfelder beinhalten die Überwachung des Flugraumes und sorgen dafür, dass Flugzeuge sicher durch den Verkehr gelangen – sowohl am Boden wie in der Luft. Dazu zählen unter anderem die Distanz zwischen den einzelnen Flugzeugen, und auch das Umleiten von Flugzeugen bei hohem Verkehrsaufkommen oder Schlechtwetterfronten.

Der Towerlotse begleitet das Flugzeug während der Anflug- und Abflugphase. Je nach Wetterbedingungen geschieht dies mit direktem Sichtkontakt. Er dirigiert das Flugzeug auf verfügbare Start- und Landebahnen. Der Towerlotse ist verantwortlich für den Boden- und Luftbereich. Roll-, Lande- und Starterlaubnis erteilt der Towerlotse ebenfalls.

Der Centerlotse gewährleistet die Sicherheit von Flugzeugen in dem von ihm zuständigen Luftsektor, der von ihm ausschließlich über den Radarschirm ersichtlich ist. In dieser Kontrollfunktion arbeiten Towerlotsen, Centerlotsen und Piloten eng zusammen. Sobald sich der Pilot nach Abflug in der Luft befindet, informiert er den Centerlotsen. Sobald bei einem Anflug der Towerlotse Sichtkontakt zum Flugzeug hergestellt hat, wird der Centerlotse ebenfalls informiert. Hier endet die Verantwortung für den Centerlotsen.

Vorfeldlotsen sind meist nur an großen Flughäfen vorzufinden. Sie regeln am Boden den Verkehr zwischen Gate und Start-/Landebahn für alle Fahrzeuge auf den sogenannten Vorfeldflächen.

Wie kann man Fluglotse werden?

Die Grundvoraussetzungen für die Fluglotsenausbildung sind ein Alter, das 24 Jahre nicht überschreiten darf, ein hohes Maß an Lernbereitschaft, Motivation, Stressresistenz und gute Englischkenntnisse. Auch werden in den Bereichen Naturwissenschaften und Sozialverhalten hohe Ansprüche für die Fluglotsenausbildung gestellt. Ein durchgeführter Sicherheitscheck muss ein tadelloses Ergebnis zeigen.

Konzentrationsfähigkeiten, der Umgang mit Zahlen, das Vorstellungsvermögen von räumlichen Gegebenheiten und die Reaktionen bei Mehrfachbelastungen sowie Stresssituationen werden zum Inhalt eines Eignungstestes zur Fluglotsenausbildung. Der Eignungstest dauert in der Regel mehrere Tage an.

Ein Medizintest erfolgt im Anschluss an den erfolgreich absolvierten Eignungstest, der die Berufstauglichkeit eingehendst feststellen soll.

Daraufhin folgt die Fluglotsenausbildung in einer Flugsicherungsakademie, die ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt. Die Ausbildung erfolgt in Theorie und Praxis mit Hilfe von Flugsimulatoren.

Zur Fluglotsenausbildung gehört anschließend das berufsfeldbezogene Training in dem zukünftigen Zuständigkeitsbereich für weitere ein bis zwei Jahre.

Der Einsatzort und die Einsatztätigkeit sind bedarfsabhängig und dementsprechend vom Fluglotsen nicht unbedingt frei wählbar.

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